Wilkens & Koch WebDesign

StartWissen

Was eine Website wirklich leisten muss

Welche Seiten ein Betrieb tatsächlich braucht, was auf jede davon gehört und was auf der Startseite nichts zu suchen hat.

Beitrag 03 von 8 6 Minuten Lesezeit Stand: Juli 2026

WK Academy · Modul 03
Was eine Website wirklich leisten muss
Zweck, Struktur, Seiten 15 Minuten Keine Vorkenntnisse nötig
Der Denkfehler

Eine Website ist kein Prospekt im Netz. Sie ist ein Mitarbeiter, der rund um die Uhr Fragen beantwortet.

Der Job der Website

Drei Aufgaben, in dieser Reihenfolge

Gefunden werden

Wer Sie nicht findet, kann Sie nicht beauftragen. Darum ging es in den Modulen 01 und 02.

Vertrauen aufbauen

In wenigen Sekunden entscheidet sich, ob jemand Sie für seriös und passend hält.

Zur Anfrage führen

Anruf, Formular, Terminbuchung. Ohne diesen Schritt war der Rest umsonst.

Jede Seite Ihrer Website sollte mindestens einer dieser drei Aufgaben dienen. Seiten, die keiner dient, kosten nur Pflege.

Was ein Besucher zuerst klären will

Drei Fragen, bevor irgendjemand weiterliest

Wer beim Öffnen der Seite nicht innerhalb weniger Sekunden diese drei Antworten findet, ist wieder weg. Meist zurück zu den Suchergebnissen.

  • Bin ich hier richtig? Was wird angeboten, für wen, wo.
  • Kann ich denen trauen? Echte Bilder, echte Namen, Bewertungen, Impressum.
  • Was mache ich jetzt? Ein sichtbarer nächster Schritt, nicht fünf gleichwertige.
Der Umfang

Was ein Betrieb tatsächlich braucht

SeiteAufgabeOhne sie passiert
StartseiteEinordnen und weiterleitenBesucher wissen nicht, wo sie sind
Je Leistung eineGefunden werden und überzeugenSie ranken für nichts Konkretes
Über unsVertrauen über MenschenSie bleiben austauschbar
KontaktDie Anfrage einsammelnInteressierte springen ab
RechtlichesPflicht und SeriositätAbmahnrisiko, siehe Modul 07

Mehr Seiten sind möglich, aber keine davon ist wichtiger als diese fünf. Eine gute kleine Website schlägt eine große mit halbfertigen Unterseiten.

Der häufigste Streitpunkt

Was auf die Startseite gehört

Gehört nicht drauf
  • „Herzlich willkommen auf unserer Website“
  • Die vollständige Firmengeschichte
  • Alle Leistungen in voller Länge
  • Ein Bildkarussell, das niemand zu Ende sieht
  • Fünf gleich wichtige Knöpfe
Gehört drauf
  • Was Sie anbieten, für wen, wo
  • Ein klarer nächster Schritt
  • Verweise auf die einzelnen Leistungen
  • Echte Bilder Ihrer Arbeit
  • Ein Vertrauensbeleg: Bewertungen, Referenzen
Die Anfrage einsammeln

Menschen wollen unterschiedlich Kontakt aufnehmen

Wer nur ein Formular anbietet, verliert alle, die lieber anrufen. Wer nur eine Telefonnummer angibt, verliert alle, die abends um elf schreiben wollen.

Telefon

Am Handy als anklickbare Nummer. Der schnellste Weg für dringende Anliegen.

Formular

Kurz halten. Jedes zusätzliche Feld kostet Anfragen. Name, Kontakt, Anliegen reichen fast immer.

Termin oder Nachricht

Buchungslink oder Messenger, wenn es zum Betrieb passt. Nicht alles anbieten, was möglich ist.

Aus der Praxis

Die vier häufigsten Fehler

Alles auf eine Seite

Eine endlose Startseite statt einzelner Leistungsseiten. Findet niemand, überzeugt niemanden.

Keine Preise

Der häufigste Grund, warum Besucher weiterklicken. Eine Spanne genügt.

Bilder aus der Datenbank

Lächelnde Fremde in fremden Räumen. Kunden erkennen das und es kostet genau das Vertrauen, das aufgebaut werden sollte.

Kontakt versteckt

Nur im Menüpunkt ganz rechts. Der nächste Schritt gehört auf jede Seite, nicht auf eine.

Der eine Satz zum Mitnehmen

Jede Seite hat genau einen Job. Wenn Sie ihn nicht in einem Satz sagen können, braucht es die Seite nicht.

Wie es weitergeht

Der nächste Schritt

Wir gehen Ihre Leistungen einmal durch und legen fest, welche davon eine eigene Seite verdienen. Daraus ergibt sich der Umfang, und daraus der Preis.

Anschließend

Modul 04: Design und Nutzerführung

Wir wissen jetzt, welche Seiten es braucht und was darauf gehört. Als Nächstes geht es darum, wie diese Inhalte angeordnet sein müssen, damit aus Besuchern tatsächlich Anfragen werden.

Die Kurzfassung als Präsentation. blättern F Vollbild

Der Prospekt-Irrtum

Fragt man Betriebe, was ihre Website leisten soll, kommt meistens „da sein“ oder „professionell aussehen“. Beides ist kein Ziel, sondern eine Eigenschaft. Und beides führt zu Websites, die schön aussehen und nichts bewirken.

Dahinter steckt fast immer dieselbe Vorstellung: Die Website ist ein Prospekt, nur eben im Internet. Man zeigt, wer man ist und was man macht, und wer Interesse hat, meldet sich schon.

Nützlicher ist ein anderes Bild. Eine Website ist ein Mitarbeiter, der rund um die Uhr Fragen beantwortet. Sie führt ein Verkaufsgespräch, bei dem Sie nicht dabei sind. Alles, was Sie in diesem Gespräch tun würden — zuhören, einordnen, Bedenken ausräumen, zum Abschluss führen — muss die Seite allein leisten.

Aus dieser einen Umdeutung ergibt sich fast alles Weitere.

Drei Aufgaben, in dieser Reihenfolge

Jede Website hat genau drei Jobs, und sie bauen aufeinander auf.

Gefunden werden

Wer Sie nicht findet, kann Sie nicht beauftragen. Das klingt banal, ist aber der Punkt, an dem die meisten Websites scheitern — nicht weil sie schlecht sind, sondern weil niemand vorbeikommt.

Vertrauen aufbauen

In wenigen Sekunden entscheidet sich, ob jemand Sie für seriös und passend hält. Diese Entscheidung fällt, bevor irgendein Text gelesen wurde.

Zur Anfrage führen

Anruf, Formular, Terminbuchung. Ohne diesen Schritt war der Rest umsonst, egal wie gut die Seite gefällt.

Daraus wird ein brauchbarer Maßstab: Jede einzelne Seite sollte mindestens einer dieser drei Aufgaben dienen. Seiten, die keiner dienen, kosten nur Pflegeaufwand.

Was in den ersten Sekunden passiert

Wer über eine Suche auf Ihre Seite kommt, hat eine konkrete Frage mitgebracht und wenig Geduld. Drei Dinge müssen sofort klar sein, sonst ist er wieder weg — meist zurück zu den Suchergebnissen.

Ein einfacher Test für Ihre eigene Seite: Öffnen Sie sie auf dem Handy, schauen Sie fünf Sekunden darauf und drehen Sie es weg. Was ist hängen geblieben? Bei den meisten Seiten lautet die ehrliche Antwort: der Firmenname und ein Bild. Nicht das Angebot.

Welche Seiten ein Betrieb wirklich braucht

Weniger, als die meisten denken. Fünf Seitentypen decken den Bedarf eines typischen lokalen Betriebs ab.

SeiteAufgabeWas ohne sie passiert
StartseiteEinordnen und weiterleitenBesucher wissen nicht, wo sie gelandet sind
Je Leistung eineGefunden werden und überzeugenSie ranken für nichts Konkretes
Über unsVertrauen über MenschenSie bleiben austauschbar
KontaktDie Anfrage einsammelnInteressierte springen ab
Impressum und DatenschutzPflicht und SeriositätAbmahnrisiko

Die zweite Zeile ist die, über die am meisten diskutiert wird. Viele möchten alle Leistungen auf einer Seite unterbringen, weil es übersichtlicher wirkt. Für Google und für den Besucher ist es das Gegenteil: Eine Seite, die fünf Leistungen gleichzeitig behandelt, rankt für keine davon richtig und beantwortet keine der fünf Fragen vollständig.

Für einen typischen Betrieb landet man damit bei fünf bis acht Seiten. Eine gute kleine Website schlägt eine große mit halbfertigen Unterseiten deutlich.

Die Struktur nach Kundenlogik, nicht nach Firmenlogik

Betriebe gliedern gern nach ihrem eigenen Aufbau: Abteilungen, Gewerke, historisch gewachsene Bereiche. Kunden denken in Problemen.

Ein Handwerksbetrieb, der intern zwischen „Sanitär“ und „Heizung“ trennt, hat für seine Kunden die Kategorien „Mein Bad soll neu“ und „Meine Heizung ist kaputt“. Die Navigation folgt dem Kunden.

Zwei weitere Regeln, die sich bewährt haben:

Was auf die Startseite gehört — und was nicht

Die Startseite hat eine einzige Aufgabe: einordnen und weiterleiten. Sie muss nicht verkaufen. Das machen die Leistungsseiten.

Ein Aufbau, der zuverlässig funktioniert:

  1. Eine klare Aussage ganz oben: Was, für wen, wo. Ein Satz, keine Wortspiele.
  2. Ein sichtbarer Handlungsaufruf direkt daneben.
  3. Die Leistungen als Einstiege, jeweils mit einem Satz und einem Link.
  4. Ein Vertrauensbeleg: Bewertungen, Referenzen, Zahlen zum Betrieb.
  5. Menschen und Region kurz angerissen, mit Verweis auf „Über uns“.
  6. Der Handlungsaufruf noch einmal, am Ende.

Und was regelmäßig Platz kostet, ohne etwas beizutragen:

Jede Seite hat genau einen Job. Wenn Sie ihn nicht in einem Satz sagen können, braucht es die Seite nicht.

Was auf eine Leistungsseite gehört

Das ist die Seite, die Geld verdient. Sie folgt einer festen Reihenfolge, weil der Besucher seine Fragen in einer festen Reihenfolge stellt.

AbschnittInhalt
ÜberschriftLeistung und Ort, in der Sprache des Kunden
Erste SätzeDie Antwort auf die Suchanfrage, sofort
Für wenWer davon profitiert — und wer nicht
AblaufWas passiert, in welcher Reihenfolge, wie lange
PreisBetrag oder Spanne, mit dem was enthalten ist
BelegeEigene Fotos, Kundenstimmen
FragenDie realen Rückfragen aus dem Telefonalltag
Nächster SchrittAnrufen, Termin, Formular

Der Abschnitt mit den Fragen ist doppelt wertvoll: Er räumt Einwände aus, und er liefert genau die Textstellen, die Google und KI-Antworten als Zitat verwenden können.

Kontaktwege: mehr als einer

Menschen nehmen unterschiedlich Kontakt auf. Wer nur ein Formular anbietet, verliert alle, die lieber anrufen. Wer nur eine Telefonnummer angibt, verliert alle, die abends um elf schreiben wollen.

Und auf jeder Seite sollte ein Weg zum nächsten Schritt sichtbar sein — nicht nur auf der Kontaktseite.

Häufige Fragen

Wie viele Seiten braucht meine Website?

Für einen typischen lokalen Betrieb fünf bis acht: Startseite, je eine Seite pro wichtiger Leistung, Über uns, Kontakt sowie Impressum und Datenschutz. Mehr Seiten sind möglich, aber keine davon ist wichtiger als diese Grundausstattung.

Kann ich nicht alle Leistungen auf eine Seite packen?

Technisch ja, sinnvoll nein. Jede Leistung ist eine eigene Suchanfrage. Eine Sammelseite rankt für keine davon richtig und beantwortet keine der Fragen vollständig. Für den Besucher ist sie außerdem länger, ohne mehr zu sagen.

Brauche ich eine Seite „Über uns“?

Bei lokalen Betrieben ja. Menschen beauftragen Menschen, nicht Firmen. Gesichter, Namen und ein Bezug zur Region sind einer der wirksamsten Vertrauensbelege — gerade gegenüber überregionalen Anbietern.

Was kostet eine Website mit fünf bis acht Seiten?

Das hängt vom Umfang der Inhalte und vom Funktionsbedarf ab. Wir legen den Umfang gemeinsam fest, bevor ein Angebot entsteht: Wir gehen Ihre Leistungen durch und entscheiden, welche eine eigene Seite verdienen. Daraus ergibt sich der Preis, nicht umgekehrt.

Wie lange dauert die Erstellung?

Der Engpass ist selten die Umsetzung, sondern das Material: Texte, Preise und Fotos. Wenn das zügig kommt, sind vier bis sechs Wochen realistisch. Wir führen die Texte in einem Telefonat mit Ihnen und schreiben sie anschließend — Sie müssen nichts selbst formulieren.

Kann ich später Seiten ergänzen?

Ja, und das ist der Normalfall. Eine neue Leistung bekommt eine neue Seite. Wichtig ist nur, sie nicht irgendwo einzuschieben, sondern sie richtig einzuordnen und zu verlinken.

Weiterlesen

Vorheriger Beitrag KI-Suche und Google-Unternehmensprofil Immer öfter bekommen Kunden eine fertige Antwort statt einer Linkliste. Was das für lokale Betriebe bedeutet und warum das Unternehmensprofil der größte Hebel ist. Nächster Beitrag Design und Nutzerführung: aus Besuchern werden Anfragen Warum niemand liest, sondern überfliegt. Wie Hierarchie, ein klarer nächster Schritt und kurze Formulare über Anfragen entscheiden. Ihre eigene Website Kostenloses Erstgespräch Wir schauen uns gemeinsam an, wo Sie stehen, und sagen Ihnen ehrlich, was sich zuerst lohnt.